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über den Autor

Daniel Bielenstein lebt als Journalist und Autor in Hamburg. Nach seinem erfolgreichen Debüt mit "Die Frau fürs Leben" folgten weitere Romane rund um das Leben und Lieben moderner Großstädter. Mit den "Jordan-Büchern und dem Ratgeberroman »FAQ – Keine Show ist härter als das Leben« hat er sich einen festen Platz im Jugendbuchbereich erobert.













Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind? Wollten Sie schon immer Autor werden?

Ich hatte ursprünglich eine ganze Menge verschiedenster Berufswünsche: Müllmann, Polizist, Astronaut, Cowboy. Sie merken schon, ich wollte Abenteuer erleben. Als ich dann etwas älter wurde, merkte ich, dass Schreiben das größte Abenteuer überhaupt ist. Und so wuchs in mir der Wunsch, Schriftsteller zu werden. Mit 14 habe ich dann die ersten Kurzgeschichten verfasst und meinen Freunden vorgelesen. Und bald schon habe ich davon geträumt, dass aus den kürzeren Geschichten ganze Romane werden.

Welche Bücher/Genres lesen Sie selbst gerne?

Fast alles! Von der romantischen Lovestory bis zum blutrünstigen Thriller kann mich vieles begeistern. Für mich ist jedes Buch wie das Tor zu einer neuen Welt – und ich möchte viele und auch ganz unterschiedliche Welten kennenlernen.

Sie schreiben nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene. Gibt es Unterschiede?

Es gibt Unterschiede – und es gibt sie nicht. Einerseits sind meine jungen Leser bereiter, mir in abenteuerliche und phantastische Welten zu folgen. Doch gleichzeitig bin ich auch immer wieder überrascht, wie aufmerksam und kritisch gerade jüngere Leser sind! Tatsächlich werden auch meine Erwachsenen–Romane, die ja oft im Comedy–Genre zuhause sind, sehr viel von jungen Menschen gelesen. Und genauso begeistern sich Erwachsene für meine Jugendromane. Beides ist ein schönes Kompliment für mich.

Wie sieht ihr Schreiballtag aus? Wo und wann schreiben Sie am liebsten?

Ich beginne am liebsten am Vormittag mit dem Schreiben, wenn ich die Tageszeitung ausgelesen und den ersten Kaffee getrunken habe. Aber oft kommt es auch drauf an, an welchem Punkt einer Geschichte ich gerade bin. Wenn es auf das dramatische Finale hinausläuft, kann es auch gut sein, dass ich mitten in der Nacht aufstehe und mich an den Schreibtisch setze.

Jordan ermittelt nun schon in seinem zweiten Fall. Wie ist es für Sie als Autor, eine Figur über mehrere Bücher weiterzuentwickeln?

Es ist eine Herausforderung und ein zugleich ein großes Vergnügen. Auch ich lerne mit jeder Geschichte neue Seiten meines Helden kennen – und die finden dann Eingang ins neue Buch. Jordan wird ja von Buch zu Buch älter und erfahrener. Er verändert sich und es ist oft für mich selbst überraschend, das zu merken und ihn entsprechend auftreten zu lassen.

Rick Jordan ist auch ein ziemlich ausgeflippter junger Mann. Wieviel Daniel Bielenstein steckt in ihm?

Einiges! Genau wie Rick Jordan bin ich früher als Schüler und Student viel und gerne gereist, besonders auch an exotische Orte. Diese Lust aufs Entdecken und aufs Abenteuer teile ich mit Rick. Bei den Reisen, die ich für die Recherche meiner Bücher unternehme, stelle ich mir immer vor, wie Rick sich wohl in dieser oder jender Situation verhalten würde. Ich muss zugeben, dass Rick doch ein wenig mutiger, vielleicht auch verwegener ist als ich.

Sie wählten für Ihren neuen Roman China als Handlungsort. Waren Sie schon einmal dort und fällt es Ihnen generell leichter über Orte zu schreiben, die Sie schon besucht haben?

Ich bin insgesamt dreimal in China gewesen und befasse mich auch sonst viel und gerne mit der chinesischen Kultur. Es ist ein großes und faszinierendes Land, von dem wir viel zu lange nur wenig erfahren haben. Insgesamt ist es mein Ehrgeiz, die Orte, über die ich schreibe, selbst gesehen und erfahren zu haben. Selbst wenn nicht alle Details oder Beobachtungen Eingang in eine Geschichte finden, so fühle ich mich dennoch wohler, wenn ich die Orte, die ich beschreibe, schon einmal gesehen und erlebt habe. Oft kommen mir während meiner Reisen Ideen für neue Geschichten und Abenteuer.

Jordan und FAQ sind sehr unterschiedliche Bücher. Wie gelingt es Ihnen so verschiedene Themen zu behandeln?

So wie ich selbst einen vielfältigen Lesegeschmack habe, so geht es mir auch beim Schreiben. Es macht mir Spaß, mich in unterschiedliche Charaktere und Welten hineinzufühlen – und ich hoffe, dass meine Leser diesen Spaß dann mit mir teilen.

Wie kommt man auf die Idee zu einem Buch wie FAQ? Haben Sie sich diese Fragen als Jugendlicher alle selbst gestellt?

Ja, das habe ich – auch wenn es mir zum Teil erst hinterher klar geworden ist. Und um ehrlich zu sein: Manche dieser Fragen stelle ich mir sogar heute als erwachsener Mensch immer noch. Denn das ist vielleicht so etwas wie eine Lebensweisheit: Viele Antworten gelten nur für eine gewisse Zeit. Dann muss man sich die Frage erneut stellen und man erhält eine neue und überraschende Antwort. Oder lassen Sie es mich knapper ausdrücken: Wirklich alt ist man erst, wenn man aufhört, Fragen zu stellen!

Die Zielgruppe Ihrer Romane sind eher Jungen – könnten Sie sich vorstellen auch Bücher für Leserinnen zu schreiben?

Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Meine Erwachsensen…Romane werden viel von Frauen gelesen – obwohl meine Helden meistens Männer sind. Das schöne an Romanen ist ja, dass man in den Kopf eines anderen Menschen hineinschlüpfen kann. Man sieht die Welt durch die Augen eines anderen, hört, schmeckt und fühlt mit den Sinnen eines anderen. Darum ist es für mich als Autor immer wieder reizvoll, mich in andere Figuren hineinzuversetzen – in Männer, Frauen, Alte, Junge. Ich denke, für die Leser gilt das gleich. Darum kann es sehr spannend sein, wenn man selbst ein Junge ist, sich mithilfe eines Romans in das Denken und Fühlen eines Mädchens hineinzuversetzen – und umgekehrt.

Woran arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite gerade mit sehr viel Spaß an einem Roman, der ein wenig an FAQ erinnert. Es geht um einen Jungen, der eher auf der Verliererseite des Lebens steht. Als er sich aber in ein faszinierendes Mädchen verliebt, beschließt er, noch einmal ganz neu anzufangen. Auf dem Weg dorthin erlebt er eine Menge spaßiger, ernster, abenteuerlicher und auch unglaublicher Dinge. Wieder geht es um viele Fragen, die man ans Leben stellen kann – und um eine Menge überraschender Antworten.